Pressemeldung vom 22. August 2006

Am Stadtkanal ist Baustart für die Kellertorbrücke


Stahlbeton muss das Sandsteinfundament stützen

RAINER PLAGEMANN

BERLINER VORSTADT Mit gesammelten Spenden von knapp 40 000 Euro beginnt der Förderverein zur Wiederherstellung des Stadtkanals in dieser Woche mit dem Wiederaufbau der Kellertorbrücke. Das hat Vereinschef Siegfried Benn gestern auf MAZ-Anfrage gesagt.

Die 1756 nach Entwürfen von Heinrich Ludwig Manger aus Sandstein errichtete Brücke soll die originale historische Form bekommen, zu Gunsten des Straßenverkehrs von der Heilig-Geist-Straße zur Straße am Kanal aber einen Meter breiter werden: Eine Spur mit einseitigem Warten und ein Gehweg.

Vor zwei Jahren hatten Fachhochschulstudenten die Brückenfundamente freigelegt. Das Ergebnis laut Benn: Die Widerlager und Bogenstützen halten dem Verkehr von heute nicht mehr stand. So wird man zwar die Sandsteinbögen äußerlich in die alte Form bringen, aber mit Stahlbeton stützen, wie auch die gesamte Brückenkonstruktion aus Stahlbeton gefertigt wird. Außerdem legt man etwa 20 Meter Kaimauer vor und hinter der Brücke frei.

Die Brücke soll in zwei Jahren stehen. Beantragt und dem Sanierungsträger Potsdam vom Land bereits zugesagt sind Fördermittel für das auf der Havelseite des Kellertors beginnende Kanalstück, das bis zur verschütteten Berliner Brücke freigelegt und geflutet werden soll.
Der Energieversorger Edis hat seinen Erschließungsanteil von 1,2 Millionen Euro bei der Stadt hinterlegt, die dies als Eigenanteil nutzen will, um 80 Prozent Förderung vom Land zu bekommen.

6,5 Millionen soll das erste Stück Kanal kosten, das Zugang zur Havel hat. "Wenn wir 200 000 davon bald in die Hand bekämen", sagt Benn, "könnten wir noch bis Jahresende was Vorzeigbares schaffen." Das Mauern der Kanalwände und Pflastern des Kanalbodens werde man "noch massiver als in der Yorckstraße" dem Bildungsverein Bautechnik überlassen als Lehrstück für Azubis der Region. (Potsdam)




Foto: LIEBE

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