18.05.2006

Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee...

KANU / Kanalsprint in Potsdams historischer Mitte erlebt am 3. Juni seine zweite Auflage / Jürgen Eschert: "Rennen soll Klassiker werden!"

RALF THÜRSAM

Am 3. Juni werden die Kanu-Asse der gesamten Republik wieder durch den Potsdamer Stadtkanal pflügen. Nicht weniger als fünf Olympiasieger, zehn Weltmeister, zehn Europameister, kurz die gesamte deutsche Rennelite, hat sich für den 2. Kanalsprint angesagt. "Dabei sind Lokalmatadoren wie Katrin Wagner-Augustin, Tim Wieskötter, Ronald Rauhe, Fanny Fischer oder Talent Franziska Weber", verkündete gestern voller Vorfreude der Erfinder des sportlichen Vergleichs, Jürgen Eschert. Der Teammanager des KC Potsdam findet, "dass der Sprint auf dem Weg ist, ein Klassiker zu werden".

Katrin Wagner-Augustin zeigte sich derweil bereits gut in Form. Im Trainingslager in Kienbaum bestand die Olympiasiegerin gestern ihren Leistungstest - beim Heim-Welt-Cup in Duisburg (26. bis 28. Mai), wo die Entscheidung über die WM-Qualifikation getroffen wird, ist sie dabei.

Für den Sprint haben sich weitere medaillenschwere Könner "überreden lassen", so Torsten Gutsche vom KCP. Der noch immer erfolgreichste männliche Kanute der Welt (drei Mal Olympia-Gold, elf WM-Titel) hatte durch seine langjährigen Kontakte "aber leichtes Spiel", wie er zugab. Die Vorläufe beginnen um 15 Uhr, die Finalläufe ab 17 Uhr.

Für die spektakulären K.o.-Rennen der Frauen und Männer im Kajak und Canadier über die Distanz von 170 Metern haben sich erstmals auch die Olympiasieger Christian Gille und Tomasz Wylenzek aus Leipzig angekündigt, die den Pfingstsonnabend zu einem Ereignis im Hochleistungsbereich machen wollen.

"So nah wie hier zwischen Stadtschloss und Garnisonkirche kommt man eigentlich nie an den Spitzensport heran", freut sich Eschert über die Neuauflage des Rennens, das 2005, am Tag der Deutschen Einheit, mit mehr als 10 000 Zuschauern seine Premiere feierte. "Auf den traditionellen Regattastrecken wie auf dem Beetzsee in Brandenburg bleibt ein ziemlicher Abstand zwischen Athleten und Publikum." Hier gebe es Tuchfühlung mit denen, die auf dem erneut gefluteten Kanal die Muskeln spielen lassen, zum Sieg propellern und gleichzeitig "für eine attraktive Wassersportart" werben.

Nach den Rennen ist aber noch lange nicht Schluss! Die Band "More Town Soul" heizt dem Publikum noch ordentlich ein, bevor der nächste Höhepunkt folgt - das Schanzenspringen der Sportler vom Wasserskiclub "Preussen" aus Caputh. Später folgt der Auftritt der Big Band des Filmorchesters Babelsberg, eine Lasershow wird den Abend beschließen. "Es könnte für Zuschauer und Aktive spät werden", kommentierte Claudia Dinse die vorgesehene Erlebnisfülle. Für Pro Potsdam hat sie die kulturelle Umrahmung des Kanalsprints organisiert. Als Hauptsponsoren der Veranstaltung sind wiederum O2, Securitas und die Hypovereinsbank mit im Boot.